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Ich wünsche Ihnen Frieden, den Frieden Gottes, der alles Begreifliche übersteigt und den Menschen mit Gott vereinigt.

Damit ein Mensch jedoch von diesem Frieden erfasst wird, müssen wir selbst etwas tun, um unsere Seele auf diesen Frieden hin auszurichten. Wir sollten unsere Unzulänglichkeiten gegenseitig ertragen und einander alles immer wieder vergeben. Einer trage des anderen Last, denn so erfüllt ihr das Gesetz des Herrn (Gal.6,2). Der aber, der das Gesetz des Herrn erfüllt, wird mit dem Frieden Christi beschenkt, der alles gewöhnliche menschliche Begreifen übersteigt. Dieser Frieden lässt einen Menschen die irdischen Leiden und Kümmernisse nicht mehr empfinden und das Interesse an allem Irdischen versiegen. Er lässt den Menschen nach oben blicken und in seinem Herzen die Liebe zu allen erblühen. Diese Liebe deckt alle Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen zu, bemerkt sie nicht und drängt den Menschen dazu, eher seinen Nächsten zu bemitleiden als sich selbst. Zu diesem Frieden sind alle, die an Christus glauben, berufen und in erster Linie die, die den monastischen Weg gewählt haben.

Wenn wir aber von einem solchen Frieden ins uns nichts spüren, sollten wir vor Gott Tränen vergießen. Tränen darüber, dass wir so arm, unnütz und ohne jegliche Tugend sind. Wir sollten aufhören, einander Vorhaltungen zu machen, wo wir doch selbst zu nichts taugen und Gefahr laufen, vom Herrn abgelehnt zu werden. Wir heilen Babel, doch es will nicht heil werden (Jer. 51,9). Wird der Herr noch lange mit uns Geduld haben? In die Liebe Gottes ist auch die Gerechtigkeit Gottes verflochten, durch die Adam aus dem Paradies vertrieben wurde und es zur Sintflut kam, durch die Sodom und Gomorrha niedergebrannt wurden und wegen derer der Herr Jesus Christus für unsere Sünden am Kreuz gestorben ist.

Lasst uns deshalb vor einander wie auch vor dem Herrn demütig werden und unsere unverheilten Wunden beweinen. Lasst uns daher uns mit allen unseren Kräften darum bemühen, einander zu lieben. Denn dann wird der Herr für unsere Demut und unsere Geduld mit anderen auch uns weiter ertragen, ganz nach dem Gesetz: mit welchem Maß ihr messt, werdet auch ihr gemessen werden (Mt. 7,2). Was können wir aber, wenn wir uns, ohne mit uns selbst zu ringen, unseren Leidenschaften hingeben, anderes erwarten, als nur die Ablehnung durch den Herrn? Das Reich Gottes ist ein Reich des Friedens und der Liebe, der Freude und der Sanftmut usw. Mit Charakterzügen jedoch, die dem entgegenstehen, werden wir nicht in das Gottesreich eingelassen. Wir sollten deshalb unsere innere Struktur aufbrechen, darüber weinen, dass wir unsere Seele der Zersetzung preisgegeben haben, und den Herr wie ein Aussätziger darum bitten, dass er uns heilen und reinigen möge. Bittet und es wird euch gegeben werden. Suchet und ihr werdet finden. Klopfet an und es werden euch die Türen der Buße geöffnet werden (Mt. 7,7). Damit kommen die Tränen und mit ihnen eine innere Rührung, aus der der Frieden und das Heil geboren werden. So sei es, so wird es sein!

Ich wünsche euch alles Wohl der Welt, sowohl der hiesigen wie auch der zukünftigen. Möge der Herr euch Einsicht schenken und euch im Kampf mit dem Feind stärken. Möge er euch helfen, diesen durch Demut und ein zerschlagenes Herz zu besiegen.

Ich wünsche euch Gesundheit. Möge der Herr euch alle segnen. Allen sende ich meine Grüße. Verzeiht mir. Auch euch möge der Herr verzeihen, sein Erbarmen schenken und seinen Segen geben!



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